Politik über betreuende Angehörige wird oft ohne sie gemacht. In der Nationalratsdebatte zur Standesinitiative für einen einfacheren EL-Zugang fiel das Wort «betreuende Angehörige» kein einziges Mal — dabei sind sie es, die für ihre Eltern oder Partner die Formulare ausfüllen, die Belege sammeln und an den Hürden scheitern, über die debattiert wurde. Genau diese Lücke füllen wir. So funktioniert es.

Melden — Ihre Stimme, anonym

Es beginnt bei Ihnen: In der We+ App können Sie anonym melden, woran Pflege in Ihrem Alltag scheitert — eine Kasse, die nicht zahlt; ein Formular, das niemand versteht; eine Auskunft, die sich als falsch herausstellt. Die Meldung ist in jeder Mitgliedschaft enthalten, auch in der kostenlosen, und enthält keine Angaben zu Ihrer Person.

Wer eine unserer Positionen unterstützt, kann sie in der App zudem mittragen. Jede mitgetragene Position macht unser Auftreten gegenüber Politik und Verwaltung gewichtiger — wir sprechen nicht für uns, sondern für die, die mittragen.

Bündeln — aus Meldungen wird Faktenlage

Einzelfälle bewegen wenig, Muster bewegen viel. Wir führen die Meldungen mit harten Daten zusammen: mit der EL-Statistik des Bundes, eigenen Berechnungen zu kantonalen Unterschieden, Forschungsberichten und der laufenden Auswertung der öffentlichen Debatte. So wird aus «bei uns wurde gekürzt» ein belegbarer Befund — etwa, dass die Kantone bei der EL-Vergütung von Haushaltshilfe und Pflege zu Hause um rund das Dreissigfache auseinanderliegen, bei identischer Rechtsgrundlage.

Vertreten — dort, wo entschieden wird

Mit dieser Faktenlage gehen wir dorthin, wo die Entscheide fallen: Wir reichen Stellungnahmen in Vernehmlassungen ein, schreiben Briefings an Parlamentarier:innen vor Abstimmungen und ordnen die Entwicklungen öffentlich ein. Zuletzt haben wir dem Nationalrat vor der Beratung der Standesinitiative Jura unsere Faktenlage eingebracht; die Initiative scheiterte, doch unsere Folgeforderungen — sichere digitale Übermittlungswege zu den Ausgleichskassen und Transparenz bei der Vergütung der Angehörigenpflege — bleiben auf dem Tisch, und wir bleiben dran.

Wir arbeiten unabhängig und über das ganze Feld der Angehörigenpflege statt nur einen einzelnen Bereich.

Warum wir gegen unser eigenes Interesse lobbyieren

Ein Detail, das uns wichtig ist: Die We+ App hilft Familien, sich durch die EL-Bürokratie zu arbeiten. Ein einfacherer, automatischer Zugang — wie ihn die Standesinitiative Jura verlangte — würde genau diese Hilfe ein Stück weit überflüssig machen. Wir haben uns trotzdem dafür eingesetzt. Wir setzen uns für Lösungen ein, die unsere eigene App überflüssig machen würden — bis Politik und Verwaltung so weit sind, schliessen wir die Lücke.

Was öffentlich ist — und was Teil der Mitgliedschaft

Unsere Briefings, Stellungnahmen und Texte wie dieser sind öffentlich: Sie sollen wirken, nicht hinter einer Schranke liegen. Die ausführlichen Daten, Auswertungen und Dashboards dahinter sind Teil der Visionär:in-Mitgliedschaft — sie finanziert diese Arbeit mit.

Ihre Stimme zählt buchstäblich: Melden Sie, woran Pflege bei Ihnen scheitert, und tragen Sie die Positionen mit, die Ihnen wichtig sind — direkt in der We+ App.