Wer Kinder erzieht oder Angehörige pflegt und dafür das Pensum reduziert, spart weniger für die Pensionskasse an — im Schnitt erhalten Frauen in der Schweiz rund einen Drittel weniger Altersrente als Männer. Die SP-Ständerätin Mathilde Crevoisier Crelier wollte unbezahlte Care-Arbeit deshalb in der beruflichen Vorsorge versichern — analog zu den Erziehungs- und Betreuungsgutschriften der AHV. Sozialkommission und Bundesrat lehnten ab: Das passe nicht ins bestehende System und drohe mit Zusatzkosten und Fehlanreizen. Angesichts des Gegenwinds zog Crevoisier Crelier ihre Motion zurück. Ganz vom Tisch ist das Thema nicht: Der Ständerat beauftragte den Bundesrat, die 2. Säule weiterzuentwickeln — etwa Sparen vor dem 25. Altersjahr sowie tiefere Eintrittsschwelle und Koordinationsabzug. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider will noch vor Ende Jahr Vorschläge vorlegen.
Quelle: Beobachter, Lena Berger, 02.06.2026