Angehörigenpflege

Du pflegst zu Hause? Dafür gibt es einen Lohn.

Pflegende Angehörige können sich bei einer Spitex-Organisation anstellen lassen. Dann bekommst du für die Grundpflege einen Lohn: Hilfe bei der Körperpflege, beim Anziehen, beim Essen und bei der Bewegung. Die Grundversicherung der Krankenkasse vergütet diese Stunden der Spitex. Das gilt für die Pflege zu Hause, nicht im Heim.

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We+ App: Übersicht der geprüften Unterstützungsleistungen

Was du wissen solltest — Stand 2026

35–50CHF
Stundenlohn brutto, ungefähr: rund 35 Franken vor dem Pflegehelferkurs, rund 40 mit SRK-Kurs, rund 50 mit Pflegefachausbildung. Der Lohn hängt von der Organisation ab.
12Monate
hast du Zeit für den Pflegehelferkurs, zum Beispiel beim Schweizerischen Roten Kreuz.
20–25%
Pensum ist üblich. Die Stunden legt eine Bedarfsabklärung bei dir zu Hause fest.

Löhne: Richtwerte We+ nach Angaben von Spitex-Verbänden und BFS 2024/25, keine amtlichen Zahlen; verbindlich ist dein Arbeitsvertrag. Übrige Angaben: Art. 25a KVG, Art. 7 KLV, BGE 145 V 161.

Das Wichtigste in Kürze

Vier Dinge, die viele nicht wissen.

Kein Pflegediplom nötig

Die Spitex darf Angehörige auch ohne Pflegefachausbildung für die Grundpflege anstellen. Das Bundesgericht hat das 2019 bestätigt. Den Pflegehelferkurs machst du innert 12 Monaten nach der Anstellung.

Erst die ärztliche Anordnung, dann die Pflege

Die Spitex klärt den Bedarf bei dir zu Hause ab, die Ärztin oder der Arzt bestätigt ihn. Ohne Anordnung vor Beginn bezahlt die Krankenkasse nicht rückwirkend. Halte vorher fest, wann und wie lange du pflegst.

Nur Grundpflege

Körperpflege, An- und Auskleiden, Hilfe beim Bewegen. Für Behandlungspflege, etwa Medikamente richten oder Wunden versorgen, braucht es eine Pflegefachausbildung.

Ein Lohn mit Sozialversicherung

Der Lohn ist AHV- und steuerpflichtig, dafür baust du Altersvorsorge auf. Betreuungsgutschriften der AHV kannst du zusätzlich geltend machen. Hol bei zwei Spitex-Organisationen ein Angebot ein und vergleiche Lohn, Pensionskasse und wer den Kurs bezahlt.

Die betreute Person behält ihre Hilflosenentschädigung. Bezieht sie Ergänzungsleistungen, wird dein Lohn bei der EL-Vergütung für pflegende Angehörige angerechnet.

So hilft We+

Alle Anmeldungen. Ein Dossier.

  • 01 Stunden festhalten.Im Pflegejournal der App hältst du fest, wann und wie lange du pflegst. Das hilft bei der Bedarfsabklärung.
  • 02 Die passende Spitex finden.We+ zeigt dir Spitex-Organisationen, die pflegende Angehörige anstellen, und erklärt, worauf du beim Angebot achten solltest.
  • 03 Alles bleibt beisammen.Anstellung, Hilflosenentschädigung, Ergänzungsleistungen: ein Dossier statt Papierkrieg, und ein Lotse, der Schritt für Schritt erklärt.
Was sich gerade ändert

Laufende Geschäfte zur Angehörigenpflege.

Debatte 12. November 2026 noch 12 Tage unter Vorbehalt
A 0130/2026

Verschärfung der Zulassungsvoraussetzungen für Organisationen, die pflegende Angehörige anstellen

Wir verfolgen das

Auftrag der Mitte/EVP-Fraktion (17 Unterschriften): Betriebs- und Abrechnungsbewilligungen von Spitex-Organisationen, die pflegende Angehörige anstellen, um Vorschriften zur Personaldotation ergänzen. Die Regierung hat die Erfüllung mit Massnahme 3.5 des RRB 2026/1553 (08.09.2026) bereits vorgespurt: Minimalanforderungen in GesV und ZulaV, «so rasch als möglich», spätestens 01.01.2028. Der Auftragstext verlangt die Entschärfung «ohne … den Kostendruck auf die pflegenden Familienangehörigen zu verschieben».

Debatte 30. November 2026 noch 30 Tage unter Vorbehalt
22.26.17

Gesundheitsgesetz

Wir verfolgen das

Das neue Gesundheitsgesetz regelt Pflegeheime und Spitex erstmals integral und ändert das Pflegefinanzierungsgesetz: Die Restfinanzierung der Gemeinden wechselt von Höchstansätzen zu Normkosten je Versorgungsniveau, abgestuft nach Qualifikation des Personals, Anfahrtsweg und Betriebszeiten (Art. 17d/e PFG). Damit erfüllt die Regierung die Motion 42.24.13 «Höchstkosten für Leistungen pflegender Angehöriger» (gutgeheissen 04.06.2025); seit 01.01.2026 gilt übergangsweise ein Höchstansatz von Fr. 68.90 je Stunde für Grundpflege durch angestellte Angehörige (rund 40 Prozent weniger Restkosten). Die Höhe der Normkosten legt die Regierung per Verordnung nach Anhörung der Gemeinden fest. In der 1. Lesung vom 15.09.2026 lehnte der Rat alle Anträge zu Art. 34 (Gemeindebeiträge an nicht-pflegerische Hilfe zu Hause) ab; weiter: Dolmetscherkosten zulasten der Patientinnen und Patienten, Verbot von Konversionspraktiken, Altersgrenze Berufsausübungsbewilligung 75, Kommissionsmotion zum assistierten Suizid in Heimen.

Kanton · Kantonsrat St.Gallen
Einreichefrist 30. Juni 2027 noch 242 Tage unter Vorbehalt
RRB 2026/1553

Entflechtung und Stärkung der Angebots- und Kostensteuerung im Bereich Pflege

Wir verfolgen das

Beschluss vom 08.09.2026 auf Basis des INFRAS-Berichts (04.02.2026) und des Vorgehenskonzepts DDI/VSEG (13.08.2026). Drei Pakete: 1 technisch via EFAS-Vorlage (2028), 2 Kernstück via separate Sozialgesetz-Vorlage (2030), 3 ohne Gesetz (2027/2028). Für angestellte Angehörige direkt: Massnahme 1.1 Restkostenabzug über 40 % («bei pflegenden Angehörigen zukünftig weiter reduziert», nach fachlichen und qualitativen Kriterien), Massnahme 1.2 (Angehörigen-Restkosten bleiben kantonal einheitlich), Massnahme 3.5 (Erreichbarkeit und Zuständigkeiten des Fachpersonals, Verordnung). Begleitgruppe: GSA, SVKS, ASPS — keine Angehörigen-Organisation. Taxen 2027 (RRB 2026/1582, 15.09.2026): Restkosten für Grundpflege durch angestellte Angehörige 12.30 Fr./h, Gesamttaxe max. 77.16 Fr./h.

Zuletzt entschieden
24.4352

Definition von pflegenden Angehörigen

Erledigt — abgeschrieben am 24.09.2026
Bund · Nationalrat

Alle Geschäfte auf Public Affairs →

Wie die Gerichte entscheiden

Was die Gerichte zur Angehörigenpflege sagen.

Aus unseren News · 25. September 2026 Waadt: Pflegende Angehörige können sich jetzt anstellen lassen Wer in der Waadt einen Angehörigen pflegt, kann sich seit Ende August bei einer Spitex-Organisation anstellen und für die Grundpflege entlöhnen lassen. Möglich wurde das durch ein Bundesgerichtsurteil. Auch im Jura gibt es einen weiteren Anbieter. Was Sie wissen sollten, bevor Sie unterschreiben. Aus unseren News · 4. September 2026 Bundesgericht: 52.60 Franken sind ein Boden, keine Aufwertung Das Bundesgericht hat den Thurgauer Tarif für Grundpflege durch angestellte Angehörige aufgehoben: Kein Kanton darf unter den Krankenkassenbeitrag von 52.60 Franken pro Stunde gehen. Was darüber bei der pflegenden Person ankommt, entscheidet das Urteil nicht. Aus unseren News · 30. März 2026 Bundesgericht bestätigt: Ärztliche Anordnung vor Pflegebeginn zwingend Ohne vorgängige ärztliche Anordnung keine Vergütung durch die Krankenkasse — auch wenn die Pflege medizinisch nötig war (BGer 9C_9/2025). Sozialversicherungsgericht Zürich KV.2025.00014 · 12. Januar 2026 Familiäre Pflicht gehört in die Bedarfsabklärung Was der Ehepartner im Alltag zumutbar selbst übernehmen kann, bezahlt die Krankenkasse nicht. Das muss aber die Bedarfsabklärung zu Hause klären; eine Kürzung ohne diese Abklärung hat das Gericht an die Kasse zurückgewiesen. BGE 151 V 1 · 29. August 2024 Krankenkasse darf Grundpflege nicht wegen HE kürzen Bekommt die betreute Person eine Hilflosenentschädigung, darf die Krankenkasse ihre Beiträge an die Grundpflege deswegen nicht kürzen; das Bundesgericht hat seine Praxis geändert (E. 6.5, 9). Entschieden für die HE der IV. BGE 150 V 273 · 8. Mai 2024 Auch psychiatrische Grundpflege durch Angehörige Angehörige dürfen auch psychiatrische Grundpflege übernehmen; eine Autismus-Spektrum-Störung mit erheblichen kognitiven Defiziten kann einen Anspruch begründen (E. 4.3.5, 4.4.3). BGE 145 V 161 · 18. April 2019 Anstellung ohne Pflegediplom Die Spitex darf Angehörige auch ohne Pflegefachausbildung für die Grundpflege anstellen, und die Krankenkasse bezahlt diese Stunden; für Behandlungspflege braucht es eine Fachausbildung (E. 5).

Einordnung von We+, keine Rechtsberatung. Urteile verlinken auf den Volltext, Einträge aus unseren News auf unseren Beitrag mit dem Link zum Urteil.

In Zahlen

Gleiche Ausbildung, anderer Tarif: Pflegehelfer/innen SRK in der Spitex

Gleiche Ausbildung, anderer Tarif: Pflegehelfer/innen SRK in der Spitex. Die erwerbswirtschaftliche Spitex beschäftigt 2024 erstmals gleich viele Pflegehelferinnen und Pflegehelfer SRK wie der ganze gemeinnützige Sektor, 6'751 gegenüber 6'715, mit einem Drittel des Personals. Dieselbe Ausbildung als angestellte Angehörige wird in Zürich mit 68.36 statt 146.62 Franken je Stunde finanziert.
Die erwerbswirtschaftliche Spitex beschäftigt 2024 erstmals gleich viele Pflegehelferinnen und Pflegehelfer SRK wie der ganze gemeinnützige Sektor, 6'751 gegenüber 6'715, mit einem Drittel des Personals. Dieselbe Ausbildung als angestellte Angehörige wird in Zürich mit 68.36 statt 146.62 Franken je Stunde finanziert. Quelle: BFS Statistik der Hilfe und Pflege zu Hause (Ausbildung × Trägerschaft), Bundesrat 15.10.2025 (BAG-Umfrage), Kreisschreiben Normdefizite 2026 GD Zürich; Auswertung We+. Daten und Methodik ↗
Mitreden

Deine Erfahrung zählt auch in der Politik.

Steht ein Geschäft zur Angehörigenpflege an, kannst du in der App über «Mitreden» deinen Ratsmitgliedern eine E-Mail schreiben. Unsere Eingaben kannst du in der App mittragen und so zeigen, dass du hinter der Position stehst.

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